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Knarrlagsund/Hitra vom 16.04. bis 30.04.2008

 

Endlich war sie vorbei, die Zeit des langen Wartens und der Vorbereitungen auf unsere Hochzeitsreise nach Norwegen.

Am 15.05. verschliefen wir die meiste Zeit des Tages, packten zwischendurch Mamas Skoda mit allen Sachen, die mitdurften, und machten uns gegen 23 Uhr auf den 1050km langen Weg in Richtung Kiel zur Fähre.

Christian fuhr tapfer die ganze Nacht durch und erst nach einem sehr guten Frühstück zwischen Magdeburg und Hannover setzte ich mich ans Steuer. Da im Elbtunnel 16km Stau angesagt war, programmierten wir unser Navi auf „keine Autobahn“ und es lockte uns in die Tiefen von Hamburg. Und wenn ich hier „Tiefen“ schreibe, dann meine ich es auch so, denn wir fuhren durch den alten Elbtunnel, eine Art Holzaufzug für Autos. Leider waren wir so unter Druck um die Fähre noch rechtzeitig zu erreichen, dass wir hier nicht mal den Nerv zum Fotografieren hatten.

Rechtzeitig erreichten wir dann doch noch die Fähre und kamen leider nicht mehr dazu Bekannte aus dem DAF (www.deutschland-angeln.de) zu besuchen, die in Kiel ein Angelgeschäft haben. Aber bei der nächsten Reise versuchen wir es wieder!

An der Fähre trafen wir schon mal die ersten Mitreisenden und man kam schnell ins Gespräch.

Die Color Magic ist schon eine besonders schöne Fähre, wenn man den Trubel und das Shoppen mag. Für mich als alter Harald + Ragnhild Fan etwas zu überzogen. Das Buffet war sehr gut und wir verbrachten den restlichen Abend mit nur 15 Euro im Casino.

Am nächsten Morgen fuhren wir von der Fähre runter und legten gleich los Richtung Hitra. Kurz vor Alvdal aßen wir noch leckere Burger und schon gings weiter Richtung Knarrlagsund.

Dort angekommen wurden wir herzlich von Herbert, Hubert, Jürgen und Wörni begrüßt und bezogen gleich unser traumhaftes Häuschen. Am Abend gabs noch die übliche Bootseinweisung durch Helge und wir durften das einzige Boot mit blauem Rand für die nächsten 2 Wochen unser Eigen nennen Getauft wurde es natürlich auf den klanghaften Namen „Boten Anna“. Wir hatten einen 40PS Zweitakter mit nagelneuem Motor und wie wir dann feststellten, ging das Boot super und brauchte viel weniger Sprit als im Vorjahr.

Am ersten Morgen vor Ort standen wir früh auf und fuhren um 6 Uhr gleich raus. Das Wetter war super und wir kamen mit 4 schönen Lumbs am Abend rein. 2 Lumbs hatten wir verloren. Wir holten uns noch Köderfische von der bekannten Brücke und gingen früh ins Bett, da wir am nächsten Tag wieder bald rausfahren wollten. Das Wetter war an diesem Tag traumhaft.

Am nächsten Tag fuhren wir wieder um 6 raus und kamen abends mit 2 schönen Pollack und 2 Dorschen rein. Christian hatte an diesem Tag Glück und fing alle Fische allein. Bei mir wollte keiner beißen, der groß genug war für die Kiste. Der Wind hatte aufgefrischt und wir fuhren so schon gegen 16 Uhr wieder rein.

Am Samtstag sind wir wiederum um 6 rausgefahren, da aber für unsere Verhältnisse der Wind zu viel war, bewegten wir uns hauptsächlich in den Schären und Christian fing einen schönen Dorsch, den wir mittags gleich verspeisten. Wir machten ein gemütliches Mittagsschläfchen und fuhren abends nochmals zum Spinnfischen raus. Einige Dorsche und Pollacks konnten unseren Gummifischen nicht wiederstehen, waren aber zu klein um gegessen zu werden. Wir fuhren um halb zehn erst wieder rein und beschlossen am nächsten Tag auszuschlafen.

Ausgeschlafen und putzmunter fuhren wir gegen 10 Uhr in unsere Plattfischbucht und konnten da 11 Klieschen erlegen. Auf dem Weg zum Leuchtturm fanden noch ein paar schöne Dorsche den Weg in unser Boot. Aber der Hammer kam links vom Leuchtturm. Christian hatte auf seinem Gummifisch einen ganz anderen Biss als sonst und der Drill fühlte sich absolut nicht nach Dorsch an, nicht mal nach einem ganz großen. Nach einiger Drillzeit wurden unsere 4 neugierigen Augen mit einem wunderbaren Heilbutt belohnt, der am Gummifisch hängend die Oberfläche erreichte. Er hatte den Gummifisch komplett überbissen, so dass Eile geboten war und Christian ihn mit einem gezielten Griff gaffen konnte. Wir waren beide Überglücklich und beendeten auch sogleich den überaus erfolgreichen Angeltag. Am Steg angekommen gabs erstmal eine Fotosession und das Filetieren des Heilbutts vor laufender Kamera. Mit diesem ersten Heilbutt des Norwegenseminars war somit auch das Heilbuttfieber unter den Anwesenden ausgebrochen und man konnte tatsächlich beobachten, dass am selben Abend noch einige Boote rausfuhren…. Am Abend bereitete uns Christian die Plattfischfilets aus unseren 11 Plattfischen zu. Ein absolut leckeres Essen.

Am Montag standen wir noch früher als sonst auf und fuhren bei glatter See raus. Gemeiner Sprühregen und Wind zwangen uns um halb elf wieder rein. Wir aßen gemütlich ein Süppchen und fuhren dann wieder raus. Um 16 Uhr fuhren wir mit einem schönen Dorsch im Gepäck wieder rein und verbrachten den Abend mit lecker Heilbutt essen und gemütlich rumsitzen.

Am Dienstag standen wir wieder um 5 auf und fuhren in Richtung Kråkvåg, in Insider-Kreisen auch „Nuki-Island“ genannt, um dort mal den Pollacks einen Besuch abzustatten. Die Dorschwiese war leer und auf Nilsetaren erwischte ich einen Lumb, während Christian auf sandigem Grund zweimal der Schwanz vom Giant Jighead – Gummifisch geklaut wurde. Wir fuhren dann auf Svissaflua und auf unsere Lumbpunkte und fingen dort sehr gut Lumb. Der größte Lumb hatte 6,4 kg und war 84cm lang. Nach Filetieren, Boot reinigen und Essen fielen wir kurz vor Mitternacht sehr müde ins Bett.

Am 23.04. schliefen wir mal bis 8 und nach einem guten Frühstück fuhren wir zur Brücke und fingen uns frische Köderfische. Dann fuhren wir wieder auf unsere bekannten Lumbstellen und fingen 2 wunderschöne Lumbs. Leider waren uns die Wellen zu hoch und wir fuhren wieder retour in die Schären. In unserer Lieblingsplattfischbucht haben wir einige Klieschen und eine Flunder gefangen. Christian hatte 2 Baby-Heilbutts dran, die nach einem Foto natürlich schonend wieder released wurden. An diesem Abend gabs wieder Plattfischfilets in Bierteig…. Einfach traumhaft….

Der Donnerstag sollte unsere Kiste mit Dorschen füllen und genau das traf auch ein, nachdem wir „Nuki-Island“ erreicht hatten. Genau 13 dieser leckeren Gesellen hatten wir in unserer Fischkiste, als wir wegen zunehmender Wellen den Rückweg antraten. Die Fahrt war für mich nicht sehr angenehm, da mir immer wieder Spritzwasser ind die Augen gelangt ist. Christian war auch ziemlich nass am Floater, als wir endlich wieder im geschützen Bereich des Knarrlagsundes angelangt waren. Den 14. Dorsch erwischte Christian an der Brücke und das war der Abschluss eines wunderbaren Angeltages

Am Freitag machten wir den gesamten Fill-Fjord unsicher und fingen an den verschiedensten Stellen ganz gemütlich 10 gute Küchendorsche und einen kurzen Leng. Von den vielen Fischen, die heute wieder schonend released wurden noch ganz zu schweigen. Es war ein wunderschöner Angeltag und wir beendeten ihn mit einem deftigen Selchroller & Sauerkraut essen und ein paar Gläschen leckeren Getränks im Partyhaus.

Der 26.04. sollte mein Glückstag werden. Ich habe 3 schöne Pollacks gefangen und 5 Dorsche. Christian hatte an diesem Tag weniger Glück und viele Aussteiger. In einer Bucht links im Fillfjord ließ ich meinen Gummifisch am Grund liegen und hoffte das Christian, der immer eifrig geworfen hat, endlich zum erhofften Fisch kommt. Als ich fast eingeschlafen war, hatte ich einen vermeintlichen Hänger, der sich aber auf meinen Anhieb hin flott bewegte. Christian tippte sofort auf Heilbutt und mir entfloh meine mittlerweile gute Gesichtsfarbe gänzlich. Sollte ich auch das Glück haben und an der leichten Spinnrute einen bösen Butt haben??? Nach unendlich langen 20 Minuten sahen wir ihn an der Oberfläche und Christian gaffte ihn wieder perfekt. Als der Fisch im Boot war gabs Freudenküsse und sofort natürlich eine Fotosession. Wieder zurück im Camp wurde der Fisch versorgt und anschließend feierten wir meinen Aufstieg von der Köhlerliesel (manche erinnern sich vielleicht noch an 2003) zur Heilbuttkönigin ;-) bis halb eins.

Am Sonntag haben wir in aller Ruhe ausgeschlafen, und uns dann auf den Weg in unsere Lieblingsplattfischbucht gemacht. Die Kühltruhe war soweit voll, es sollten nur noch ein paar Plattfischfilets oben auf, damit auch wirklich kein Zentimeter Luft mehr bleibt. Wir haben auch noch einige Plattfische gefangen und Christian hatte seinen Spaß mit 3 Baby-Heilbutts in knapp 1 Stunde (Natürlich schonendst released). Diesen Abend sind wir recht früh ins Bett gegangen.

Den vorletzten Tag verbrachten wir wieder ganz gemütlich in unserer Bucht, ärgerten die Plattfische und Christian fing uns als Abendessen einen lecker Dorsch. Wir beobachteten einen kleinen Heilbutt, wie er mit dem Blei an meinem Plattfischvorfach (an dem sich ein Mini-Dorsch eingehängt hatte) spielte. Ich konnte ihn sogar überzeugen ein paar Runden für uns mehr zu drehen, das war so niedlich. An diesem Abend packten wir schon einiges für die Heimreise zusammen und verbrachten den restlichen Abend bei Hubert, Danny und Co. im Partyhaus.

Am letzten Tag dieses traumhaften Urlaubs fuhren wir nach Kvenvaer und wir schauten uns die Anlage dort an, wo das nächste Norwegensemiar stattfinden soll. Beim Rundgang trafen wir dann auf Enni, der uns gleich zu einem Kaffee eingeladen und uns die Anlage richtig gezeigt hat. Danke Enni nochmals dafür.  Am Abend schlemmten wir noch einmal die leckeren Plattfischfilets und schauten noch ganz kurz im Partyhaus vorbei. Nach der Abrechnung des Sprits mit Helge hauten wir uns dann auch schon aufs Ohr, denn wir mussten ja früh raus.

Gegen 1 Uhr morgens wurden wir schon durch die ersten Abfahrenden geweckt und so standen wir auch auf, packten die restlichen Sachen noch zusammen, verstauten die Kühlbox gut im Auto und fuhren gegen 3 Uhr los Richtung Fähre. So viele Rehe, wie wir auf Hitra in diesen Morgenstunden gesehen haben, gibt’s vermutlich in ganz Bayern nicht mehr. Die Zeit verging wie im Fluge und schon waren wir pünktlich an der Fähre, wo wir auch die anderen Heimfahrer aus dem Camp trafen. Die Color Magic wartete bereits auf uns und nachdem wir mit Thomas und Jockel am Abend beim Buffet richtig Spaß hatten, ging auch dieser Abend zu Ende.

Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns alle im Bauch der Magic und verabredeten uns auf ein Wiedersehen 2009 am Knarrlagsund, stimmts Thomas und Jockel???

 

Es war alles in allem eine traumhafte Hochzeitsreise, wo alles wirklich gepasst hat. Ein dickes Danke noch mal an Herbert, der alles TOP organisiert hat und an die Bewohner des Partyhauses für die lustigen Stunden bei Euch.

Ich würde mich sehr freuen, wenn es klappt, dass wir 2009 wieder am Knarrlagsund sind und eventuell wieder einige neugewonnene Freunde treffen.

Ein dickes Dank geht natürlich an Mama, die uns für diese Fahrt ihren daheimgebliebenen Skoda geliehen hat.

 

© by Bine

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